Metall
Die Metallindustrie gehört zu einem der wichtigsten Industriezweige in Deutschland. Zur Metallindustrie werden die Bereiche Stahlindustrie, Nichteisen-Metallwirtschaft, Gießerei-Industrie sowie die Stahl- und Metallverarbeitung gezählt. Stahl ist ein wichtiger tragender Baustoff in der Bauindustrie. Aluminium wird beispielsweise im Kraftstoff sparenden Automobilleichtbau verwendet. Viele Metalle sind essentielle Bestandteile elektronischer Bauteile, die in der Energietechnik oder in der Informations- und Kommunikationstechnik eingesetzt werden.
Bei metallurgischen Prozessen wird auf fast allen Verfahrensstufen Staub in unterschiedlicher Art und Zusammensetzung erzeugt. Je nach Quelle (z.B. Öfen, Reaktoren), Prozessstufe und erzeugtem oder verwendeten Metall können auch Dioxine, Metallverbindungen, Stickoxide, Schwefeldioxid, flüchtige organische Verbindungen, Amine und andere Schadstoffe entstehen. Zudem fallen Abfälle und Abwässer an, die organische Verbindungen (z.B. Öle), Metalle (z.B. Zink, Chrom), Minerale, Säure bildende Verbindungen, Schwermetalle (z.B. Blei) und weitere toxische Verbindungen, enthalten können.
Anstatt nachgeschaltete Reinigungs- oder Entsorgungssysteme, d.h. sogenannte End-of-pipe-Technologien einzusetzen, ist das Hauptanliegen von Cleaner Production, die Schadstoffentstehung und das Abfallaufkommen durch die Prozessgestaltung bzw. integrierte Maßnahmen zu reduzieren.
Die industrielle Erzeugung und Be- und Verarbeitung von Metall ist besonders energie- und materialintensiv. Unter dem Aspekt der Ressourceneffizienz, d.h. dem rationellen Einsatz von Rohstoffen und Energie, spielen das Metall- und Stahlrecycling sowie produktionsintegrierte Maßnahmen zur Energierückgewinnung eine bedeutende Rolle. Das Schließen der Stoff- und Energieströme dient nicht nur dem Ressourcen- und Klimaschutz, sondern ist auch mit wirtschaftlichen Vorteilen für die Unternehmen verbunden.
Bei der Stahlerzeugung können beispielsweise die anfallenden Prozessabgase nach Aufbereitung als Sekundärenergieträger genutzt werden. Durch ofentechnische Weiterentwicklungen mit verbesserter Brenntechnik, wie die Verbrennungsluftvorwärmung und die Nutzung effektiver Verfahren für die Wärmerückgewinnung kann der Energieverbrauch bei thermischen metallurgischen Prozessen weiter reduziert werden.
Viele metallurgische Verfahren benötigen aufgrund der hohen Prozesstemperaturen große Mengen an Wasser zur Kühlung der Anlagen und des Produktes. Um den Wasserverbrauch und die anfallenden Abwassermengen zu reduzieren, werden geschlossene Kühl- und Prozesswassersysteme und neue Verfahren zur Abwasser- und Prozesswasserbehandlung entwickelt und eingesetzt.
Als Prozessrückstände fallen in Metallwerken vor allem Filterstaub, Schlamm und Schlacke an. Technische Verfahrenslösungen ermöglichen die Rückgewinnung wertvoller metallischer Sekundärrohstoffe aus den Prozessrückständen und ihre Wiederverwertung im Produktionsprozess. Die verbleibenden Rückstände können anschließend behandelt und z.B. als Baumaterial verwendet werden.
Für die Metallindustrie dokumentieren mehrere Referenzdokumente (BREF-Dokumente) der Europäischen Union, den Stand der besten verfügbaren Techniken, die zu einer medienübergreifenden Umweltentlastung beitragen. Die BREF-Dokumente basieren auf der EU-Richtlinie über Industrieemissionen (IED).
Im Mittelpunkt des Institutsbereichs Klebtechnik und Oberflächen am Fraunhofer IFAM stehen Forschungs- und Entwicklungsarbeiten der Klebtechnik sowie der Plasmatechnik und Lacktechnik mit dem Ziel, der Industrie anwendungsorientierte Systemlösungen zu liefern.

