Fossile Ressourcen werden immer knapper, und die Preise steigen. Gleichzeitig wächst die Sorge über die Abhängigkeit von Rohstoffen aus politisch instabilen Herkunftsländern. Noch drängender stellt sich das Umweltproblem dar: Täglich gelangen Kohlenstoffdioxid, Stickstoffoxide, Schwefeloxide, Ammoniak, Staubpartikel und Lösungsmittel in die Erdatmosphäre. Ein Viertel der globalen Treibhausgasemissionen entsteht bei der Umwandlung und Verteilung von Energie. Nach der Landwirtschaft bzw. der Gewinnung zusätzlicher nutzbarer Flächen (etwa durch Brandrodung) ist die Energieversorgung der zweitgrößte Verursacher von Treibhausgasen. Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum werden den Hunger nach Energie in den nächsten Jahrzehnten aber immer größer werden lassen. Insbesondere in Entwicklungsund Schwellenländern, wie zum Beispiel China und Indien, wird der Energiebedarf rapide zunehmen. Schreibt man in Anlehnung an die Internationale Energieagentur die Trends bei der Energienachfrage seit 2005 in einem globalen Referenzszenario bis 2030 fort, würde dies im Einzelnen bedeuten:

Die weltweite Energienachfrage wird um mehr als die Hälfte auf 17.000 Mio. Tonnen Öleinheiten steigen.
Die Weltölproduktion steigt ebenfalls um 26 %.
Die Nachfrage nach Kohle wird weltweit um 60 % zunehmen.
Fossile Brennstoffe werden 80 % des Energiebedarfs decken.
Das enorme Wachstum der Weltmärkte für Solarthermie, Photovoltaik und Windkraft um fast 20% pro Jahr und die dynamische Entwicklung von Zukunftsfeldern wie der Brennstoffzellentechnologie bieten hervorragende Aussichten für deutsche Unternehmen.
Deutsche Unternehmen besetzen in allen Feldern der erneuerbaren Energien hervorragende Marktpositionen – insbesondere bei Biogas, Windkraft und Solarenergie.
Bis 2020 werden die Firmen im Leitmarkt Absatzchancen im Ausland stärker nutzen – der Fokus liegt dabei vor allem auf Europa und den USA.
Deutschland ist ein führender Forschungsstandort für Energietechnologien – ob bei Kraftwerkstechnologien oder bei erneuerbaren Energien.
Die Herstellerfirmen des Leitmarktes planen mit dem Standort Deutschland – über 2010 hinaus wollen sie mehrheitlich im Lande produzieren.

Quelle: IEA World Energy Outlook 2007
Eine derartige Entwicklung hätte massive Auswirkungen auf die CO2-Emissionen, die überproportional zum Energieverbrauch bis 2030 um 1,6 % jährlich ansteigen würden. 2030 lägen die Emissionen bei 41 Gigatonnen – 13 Gigatonnen mehr als 2005. Selbst wenn es, wie in den Alternativen Politikszenarien der Internationalen Energieagentur, gelingt, durch verschiedene politische Maßnahmen den Anstieg des Energieverbrauchs zu reduzieren, ist eine deutliche Zunahme nicht zu vermeiden.
Es gilt also, die Energiegewinnung global nachhaltiger zu gestalten. Der Strukturwandel weg von Kernenergie und fossilen Energieträgern hin zu erneuerbaren Energien und erhöhter Energieeffizienz ist der Schlüssel für eine klimaverträgliche, günstige und sichere Energieversorgung der Zukunft.
Um die Schäden des Klimawandels zu begrenzen, haben die Staats- und Regierungschefs in Europa beschlossen, die CO2-Emissionen bis zum Jahr 2020 um 30 % und bis zum Jahr 2050 um 50 % im Vergleich zu 1990 zu reduzieren, wenn andere Länder vergleichbare Anstrengungen unternehmen. Unabhängig vom Verlauf der internationalen Verhandlungen und unabhängig von Verpflichtungen anderer Länder wird die Europäische Union die Emissionen von Treibhausgasen bis 2020 um mindestens 20 % unter das Niveau von 1990 reduzieren. Um dieses Ziel zu erreichen, wird bis 2020 der Anteil erneuerbarer Energien am Endenergieverbrauch auf 20 % gesteigert und die Energieeffizienz (gegenüber der Fortschreibung des Status quo ohne spezifische Maßnahmen) um 20 % verbessert. Doch die politischen Weichenstellungen allein reichen nicht aus: Um diese Ziele zu erreichen, müssen neben der entsprechenden Gestaltung der Politik bestehende Technologien verbessert und neue Technologien entwickelt werden, die dazu beitragen, tragfähige Alternativen zu fossilen Brennstoffen zu finden und Emissionen zu vermeiden bzw. zu reduzieren. Deutsche Unternehmen haben dafür in den letzten Jahren Pionierarbeit geleistet und profitieren nun zunehmend von weltweit wachsenden Märkten.
Mit ganz unterschiedlichen Ansätzen verfolgen die Unternehmen des Leitmarktes Umweltfreundliche Energien und Energiespeicherung drei Ziele: weniger Kohlenstoffdioxidausstoß, Reduktion der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und Nachhaltigkeit in der Stromerzeugung. Dabei können dem Leitmarkt fünf Produkt- und Technikbereiche zugeordnet werden:
- Effiziente Kraftwerkstechnologien wie Gas- und Dampfkraftwerke, CO2-arme Kohlekraftwerke oder Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen, wie zum Beispiel Blockheizkraftwerke,
- Technologien zur Verringerung der Emissionen bei der Stromerzeugung, zum Beispiel durch Rauchgasreinigungsanlagen oder CO2-Abscheidungs- und Speichertechnologien fĂĽr Kohlekraftwerke,
- erneuerbare Energien wie Wasserkraft, Solarthermie, Photovoltaik, Windkraft, Geothermie, Biogas- und Biomasse-Anlagen,
- Energiespeichertechnologien wie Druckluft-, Magnet-, Erd- oder Wasserstoffspeicher,
- Wasserstofftechnologien und Brennstoffzellenanwendungen.


