Der Energieverbrauch in der EU-25 liegt gegenwärtig bei circa 1,8 Mrd. Tonnen Öleinheiten pro Jahr, das entspricht Kosten von etwa 500 Mrd. Euro. Fast ein Drittel der gesamten Energie wird in der Wirtschaft verwendet. Wenn es gelingt, diesen Verbrauch signifikant zu senken, könnten die Unternehmen ihre Kosten erheblich verringern. Mehr Energieeffizienz bedeutet also mehr Wettbewerbsfähigkeit. Die verbesserte Kostenposition wirkt positiv auf das Wirtschaftswachstum, was wiederum positive Beschäftigungseffekte nach sich zieht.


Quelle: Deutsche Energie-Agentur
Schätzungen des deutschen Rates für Nachhaltige Entwicklung zufolge könnten für jede eingesparte Million Tonnen Rohöleinheiten mehr als 2.000 Vollzeitarbeitsplätze geschaffen werden.
Noch weitere, gewichtige Argumente sprechen für eine Verbesserung der Energieeffizienz: Der überwiegende Teil der heute genutzten Energieträger ist nicht nachhaltig, die fossilen Ressourcen sind begrenzt: Erdöl und Erdgas werden bei einer Fortschreibung der derzeitigen Verbrauchstrends Ende dieses Jahrhunderts erschöpft sein. Eine vollständige Substitution mit Energie aus erneuerbaren Quellen ist jedoch in diesem Zeitraum wenig realistisch. Nur mit höherer Energieeffizienz kann der bestehende Lebensstandard über längere Zeit aufrechterhalten werden.

Quelle: Deutsche Energie-Agentur
Der 4. UN-Klimabericht vergleicht die Sektoren Land- und Forstwirtschaft, Industrie, Energieversorgung, Transport und Gebäude hinsichtlich ihrer Möglichkeiten zur CO2-Reduktion. Das Ergebnis: Die höchsten Kohlendioxid-Einsparungen 29 % – lassen sich bis 2020 im Gebäudebereich realisieren. Wie groß diese Potenziale sind, zeigen die Modellrechnungen für die Strom- und Heizkosten eines Bürogebäudes (siehe Abbildung Seite 76 der Druckversion). Energieeffizienz hat somit einen dreifachen Effekt – niedrigere Kosten, weniger Abhängigkeit von endlichen Ressourcen und geringere Emissionen.
Der deutsche Stromverbrauch stieg von 1993 bis 2007 noch immer um fast ein Fünftel und ist für knapp die Hälfte des gesamten deutschen Kohlendioxid-Ausstoßes verantwortlich.
Durch energieeffiziente Technologie können enorme Potenziale für Energieeinsparungen, insbesondere im Gebäudebereich, genutzt werden.
Das Weltmarktvolumen von 540 Mrd. Euro wird sich bis 2020 fast verdoppeln – damit ist Energieeffizienz der Leitmarkt mit dem höchsten Volumen.
Internationale Absatzchancen liegen vor allem in den industrialisierten Märkten Europas und Nordamerikas.
Deutsche Unternehmen nehmen technologische Spitzenpositionen ein und bedienen ein FĂĽnftel des Marktes.
Die Unternehmen des Leitmarktes Energieeffizienz sind sehr profitabel, fast ein Drittel erzielt Umsatzrenditen ĂĽber 10 %.
Die Gründe für die noch unzureichende Energieeffizienz sind vielfältig: Zum einen mangelt es an Informationen darüber, an welchen Stellen und wie sich Energie wirtschaftlich einsparen lässt. Zum anderen fehlen Markttransparenz und Anreize für den Kauf von Maschinen und Anlagen mit niedrigerem Energieverbrauch: Unter anderem sind die Amortisationszeiten von Anlagen häufig so kurz gesetzt, dass die ökonomischen Effekte effizienterer Anlagen nicht zum Tragen kommen.
Darüber hinaus sind betriebswirtschaftliche Instrumente, mit denen bei Investitionen eine Lebenszyklusanalyse erfolgen kann, die die Energieeffizienz berücksichtigt, nicht bekannt oder werden zu wenig eingesetzt. Dennoch leisten deutsche Unternehmen – teilweise unbemerkt von der Öffentlichkeit – bereits heute einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz: Mit der Entwicklung innovativer Technologien und neuer Produkte tragen sie dazu bei, Energie zu sparen. Allerdings würden sich viele der betreffenden Unternehmen nach eigenem Selbstverständnis gar nicht als Anbieter von Umwelttechnologie bezeichnen. Wählt man jedoch einen breiteren Definitionsansatz, so gehören zu den Energieeffizienztechnologien:
Isolierbaustoffe und Gebäudetechnik, Wärmedämmsysteme, Heiz- und Kühlsysteme, Wärmeschutzverglasung,
energieeffiziente Produkte, das heißt effiziente Haushaltsgeräte, Elektronik (zum Beispiel Informations- und Kommunikationstechnik), Energiesparlampen,
energieeffiziente KĂĽhlungssysteme als Alternative zu traditionellen Klimaanlagen (zum Beispiel solare KĂĽhlung), energieeffiziente Verfahren und Produktionsprozesse,
energieeffiziente industrielle Querschnittstechnologien, das heiĂźt vor allem Pumpen, Motoren, Druckluftsysteme, Mess-, Steuer- und Regeltechnik,
Energiedienstleistungen wie Contracting und Energieberatung.


