Nachhaltige Wasserwirtschaft

Wasser ist eine kostbare Ressource und sie wird immer knapper. Im Laufe des 20. Jahrhunderts hat sich der menschliche Wasserverbrauch verfünffacht. Bis zum Jahr 2025 wird mit einem Anstieg des weltweiten Wasserverbrauchs um weitere 30 % auf 5.000 Kubikkilometer pro Jahr gerechnet. In Deutschland liegt der Verbrauch der privaten Haushalte bei 125 Liter je Einwohner pro Tag. Die Bürger der USA benötigen hingegen mit knapp 300 Liter je Einwohner weit mehr als die doppelte Wassermenge. In einigen Regionen ist der Wasserverbrauch jedoch rückläufig: Vor allem in Osteuropa nimmt er seit 1990 deutlich ab.

Heute leben etwa 1,2 Milliarden Menschen – vor allem in Entwicklungsländern – ohne Zugang zu sicherem Trinkwasser. 2,6 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu sanitärer Grundversorgung. In Entwicklungsländern gelten verunreinigtes Wasser und mangelhafte Abwasserentsorgung als Ursache für 80 % aller Krankheiten. Im Jahr 2025 werden nach derzeitigen Schätzungen bereits zwischen 2,6 und 3,2 Milliarden Menschen, das heißt rund die Hälfte der Weltbevölkerung, unter chronischem oder immer wiederkehrendem Süßwassermangel leiden. Die natürliche Selbstreinigung von Gewässern reicht aufgrund der hohen Verschmutzung längst nicht mehr aus, eine Gefährdung der Umwelt oder des Menschen abzuwenden.

Auf einen Blick

Die Steigerung des Weltmarktvolumens auf 805 Mrd. Euro bis 2020 bietet deutschen Unternehmen enorme Marktchancen im In- und Ausland.

Hochtechnologien aus Deutschland machen die Instandhaltung von Wasserversorgungs- und -entsorgungssystemen effizienter und wirtschaftlicher.

Deutsche Unternehmen entwickeln mit Hilfe der Nano- und der Biotechnologie modernste Filtertechniken, die wasserbedingte Gesundheitsrisiken drastisch reduzieren.

Im Bereich dezentrales Wassermanagement haben deutsche Unternehmen mit 20 % Marktanteil weltweit eine sehr gute Position.

In Netzwerken organisierte Unternehmen profitieren vom Informationsaustausch sowie von der Bindung von Kunden und Lieferanten.

Hinzu kommen Qualitäts- und Infrastrukturprobleme sowie die Auswirkungen des Klimawandels, der zu langfristigen Veränderungen des Wasserhaushalts und zur regionalen Verknappung der Wasserressourcen führen kann. Technologien für eine nachhaltige Wasserwirtschaft spielen deshalb eine Schlüsselrolle, um die Lebensgrundlagen der Weltbevölkerung zu sichern.

Auch wenn sich die Wasserqualität zumindest in westlichen Ländern während der letzten Jahrzehnte verbessert hat, gibt es keinerlei Grund zur Entwarnung: Die Erhaltung der ökologischen Funktionsfähigkeit der Gewässer ist und bleibt eine weltweite Herausforderung. Auch rücken immer wieder neue Schadstoffquellen in den Blickpunkt. So wurde beispielsweise erst vor einigen Jahren die zunehmende Belastung der Gewässer durch Medikamenten- und Hormonrückstände erkannt, die in Kläranlagen nur zu einem geringen Teil beseitigt werden kann.

In den vergangenen Jahrzehnten war Hochwasser für fast die Hälfte aller Todesfälle in Folge von Naturkatastrophen verantwortlich. Ein Drittel aller volkswirtschaftlichen Schäden entstand weltweit infolge von Hochwasserereignissen. Deshalb ist auch ein vorsorgender und ökologisch verantwortungsvoller Hochwasserschutz ein wichtiger Teil der nachhaltigen Wasserwirtschaft. Durch die fortschreitende Urbanisierung steigt die Katastrophenanfälligkeit der städtischen Ballungsgebiete. Nehmen Extremwetterereignisse in Zukunft zu, steigen die sozialen, ökonomischen und ökologischen Folgeschäden weiter an.

Die nachhaltige Bewirtschaftung der Wasserressourcen der Erde ist eine der wichtigsten umweltpolitischen Herausforderungen dieses Jahrhunderts. Deutsche Unternehmen leisten einen entscheidenden Beitrag, um diese zu bewältigen, und zwar durch
  • moderne Möglichkeiten der Meerwasser-Entsalzung im großtechnischen
    Maßstab,

  • neue Technologien zur dezentralen (Brauch-)Wasserversorgung, die Regenwasser
    und leicht verschmutztes Wasser wieder nutzbar machen,

  • fortschrittliche Planung, Projektierung, Realisierung und Instandsetzung
    von Wasserverteilungsnetzen und -systemen,

  • Techniken zur effizienten Nutzung von Wasser im Haushalt, in der
    Industrie und in der Landwirtschaft,

  • Verbesserung der mechanischen und biologischen Prozesse bei der
    Abwasserbehandlung und

  • Beratungs- und Planungsbüros, die moderne Wasserwirtschaftskonzepte
    und -dienstleistungen wie Betreiberkonzepte anbieten.

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