Deponierung

Emissionsminderung einer Altdeponie durch aerobe in situ Stabilisierung

Die Projektpartner entwickeln und realisieren aerobe in situ Niederdruckbelüftungs-Verfahren, die sowohl die Nachsorgezeiträume als auch die Methanemissionen von Abfalldeponien bedeutend reduzieren. Für eine Oberflächenabdichtung nach Setzung des Deponiekörpers erproben und bewerten sie drei verschiedene Materialen. Fernhin arbeiten sie den positiven Einfluss von Rekultivierungsschichten auf den Wasserhaushalt und die Methanoxidation heraus. mehr…>

 

Zusammenfassung

Sowohl Sickerwasser- und Gasemissionen als auch Setzungen des Deponiekörpers schließen eine Nutzung der Flächen über lange Zeiträume aus. Eine nachsorgende in situ Belüftung kann den Nachsorgeaufwand bedeutend vermindern. Der eingetragene Sauerstoff führt zu einer Beschleunigung des mikrobiologischen Abbaus der organischen Inhaltsstoffe, die den Großteil des Abfalls darstellen.

Der Kohlenstoffaustrag erfolgt auf diese Weise um das Drei- bis Fünffache schneller als unter anaeroben Bedingungen, so dass reduzierte Sickerwasserbelastungen und Gasemissionen erreicht werden. Insbesondere die Emissionen des besonders klimarelevanten Methans werden gesenkt.

Im Rahmen des Vorhabens erfolgte eine Verfahrensentwicklung und -umsetzung zur aeroben in situ Stabilisierung von Deponien mittels Niederdruckbelüftung.

Darüber hinaus wurden an den stabilisierten, emissions- und setzungsarmen Deponiekörper angepasste Oberflächenabdichtungssysteme entwickelt und in drei Versuchsfeldern auf ihre langfristige Funktionstüchtigkeit überprüft. 

Als Stoffstrombarrieren wurden eine tonmineralische Dichtung, eine Na-Bentonitmatte und eine Kapillarsperre gewählt. Zur Überprüfung der Wirksamkeit wurden Messeinrichtungen für die unterschiedlichen Abflüsse in den Versuchsfeldern installiert.

Ergebnisse:

  • Die Ergebnisse zeigen, dass über 50 % des Jahresniederschlags über die Rekultivierungsschicht verdunstet oder im Boden gespeichert wird.
  • Eine Kompostzugabe verstärkt das Wasserspeichervermögen.
  • Die untersuchten Rekultivierungsschichten weisen ein signifikantes Methanoxidationspotenzial auf.
  • Die Ton-Dichtung und die Bentonitmatte weisen im Untersuchungszeitraum eine sehr geringe Durchlässigkeit auf. Im dritten Versuchsfeld kommt es zu einem vorübergehenden Durchbruch der Kapillarsperre.
  • Bei Methanabbauraten von durchschnittlich 2,5 L CH4/m³*h in Rekultivierungsschichten kann für die Altdeponie Kuhstedt bis 2020 eine Emissions-Reduktion auf ein vernachlässigbar niedriges Niveau erreicht werden.

Förderung

Fördernde Institution

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Förderprogramm

Link

Weitere Projektdaten

Projekttitel: Beschleunigte aerobe in situ Stabilisierung der Altdeponie Kuhstedt zur Minderung des Kosten- und Nachsorgeaufwands

Projektnummer: 0330241

Projektzeitraum:  1999 - 2004

Projektort: Deutschland (Niedersachsen)

Projektansprechpartner:

Herr Prof. Dr.-Ing. Stegmann

 

Herr Schröder

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Quelle: Technische Informationsbibliothek Hannover (TIB)