Wasserkraft

Auswirkungen von Talsperren auf die Ökologie von anschließenden Fließgewässern

In dem Projekt untersuchen die Beteiligten die ökologischen Auswirkungen von Talsperren auf die sich anschließenden Oberflächengewässer; obwohl die Wasserqualität der untersuchten Standorte hoch ist, werden der Sauerstoffgehalt sowie Lebewesen in der Bodenzone durch das veränderte Abflussregime beeinflusst.

 

Zusammenfassung

Trotz der hohen Qualität des aus Talsperren abgelassenen Wassers, können die sich anschließenden Fließgewässer durch Rückkopplungsprozesse zwischen Oberflächenwasser, Gewässersohle und Kieslückensystem in ihrer ökologischen Funktion gestört werden. In der Folge kann es zu einem Verlust des hyporheischen Interstitials (den Hohlräumen des Lockergesteins am Flussgrund) und zur Beeinträchtigung der dort angesiedelten Lebensgemeinschaften kommen. Ziel des Verbundvorhabens „Integratives Management mehrfach genutzter Trinkwassertalsperren“ war es, die tatsächlichen Auswirkungen der stark überformten Abflussregime an Talstellen auf Flüsse zu untersuchen. Hierfür wurden im vorliegenden Teilprojekt durch Analyse von Gewässerökologie, benthischer Biozönose (Organismengemeinschaften an der Bodenzone) sowie Wasser- und Stoffhaushalt Prozesse und Parameter quantifiziert, mit denen die ökologische Funktionalität der Flüsse geprüft werden kann. Es wurden Fließgewässerstrecken unterhalb von Trinkwassertalsperren (Wilde Weißeritz, Sachsen) und von Brauchwassertalsperren (Eder, Hessen) untersucht.  

Ergebnisse:

  • Die von den Talsperren beeinflussten Abflussverhältnisse zeigen keine signifikanten Auswirkungen auf die Lebensgemeinschaft des Makrozoobenthos hinsichtlich der Bewertung nach der EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL). Die bewertungsrelevanten Stressoren „Saprobie“ und „allgemeine Degradation“ ergeben einen guten bis sehr guten Zustand der Probestellen. Einige Ringelwürmer- und Insektenarten werden jedoch durch den Verlust ihres Lebensraums (Kiesellücken) verdrängt.
  • An den Probestellen der Wilden Weißeritz liegt eine gestörte Geschiebedynamik vor. 
  • Lang anhaltende Mindestwasserabgaben beeinflussen den Sauerstoffgehalt in tiefen Sedimentschichten.
  • Die im Projekt entwickelte Modellierung ermöglicht eine Bewertung des Sauerstoffgehalts im Interstitial bei unterschiedlichen Bewirtschaftungsstrategien.

Projektbeteiligte

Durchführende Institution

Universität Kassel

Weitere Projektdaten

Projekttitel: Integratives Management mehrfach genutzter Trinkwassertalsperren (IntegTa), Teilprojekt 4: Fließgewässerökologie, Wasser- und Stoffhaushalt

Projektnummer: 02WT0722

Projektzeitraum: 2006 - 2009

Projektort: Deutschland (Hessen, Sachsen)

Projektansprechpartner:

Herr Dipl.-Ing. Funke

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Herr Prof. Dr. Borchardt

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Quelle: Technische Informationsbibliothek Hannover (TIB)