Chem.-Physik. Abwasserbehandlung

Abwassersystem mit Mikrofiltration
© Siemens AG

Chemisch – physikalische Behandlungsmethoden kommen vorrangig zum Einsatz, wenn die Abwasserreinigung aufgrund der ursprünglichen Zusammensetzung nicht allein durch biologische Stoffumsetzungsprozesse erfolgen kann. Laut Definition gehören hierzu folgende Verfahren:
•  mechanische Verfahren, z. B. Rechen, Sandfang, (Fein-)Siebung, Sedimentation, Flotation und Filtration,
•  Fällungs- und Flockungsverfahren,
•  Oxidationsverfahren mittels Chlor, Ozon oder UV-Strahlung sowie
•  Desinfektionsverfahren, u. a. mittels Chlor, Ozon, UV-Strahlung, Membranfiltration, Bodenfiltern und Schönungsteichen.


In Kläranlagen werden die Verfahren auch miteinander kombiniert, um
•  eine vorzeitige Entfernung ungelöster oder fällbarer Inhaltsstoffe zu erreichen,
•  Blähschlamm und blähschlammartige Probleme zu bekämpfen,
•  den Ablauf durch eine optimierte Feststoffabtrennung zu verbessern,
•  Schwermetalle weitgehend zu entfernen oder auch
•  Phosphorverbindungen zu eliminieren.
Die Anwendungsmöglichkeiten werden auf dieser Plattform anhand verschiedener Projektbeispiele vorgestellt. Exemplarisch seien hier zwei der abrufbaren Einsatzoptionen genannt:
•  Im Bereich der Galvanotechnik hat eine zentrale chemisch-physikalische Behandlungsanlage durch Verknüpfung eines mobilen Ionenaustauschersystems mit    Elektrolysezellen die Voraussetzung zur kostengünstigen Abwasserbehandlung und hochwertigen Verwertung von Abfällen geschaffen.
•  Durch verfahrenstechnische Umstellungen in einer Speiseölraffinerie gelang es, den Wasserverbrauch drastisch zu senken und bei der Abwasserreinigung einen    Ablaufwert für den CSB von unter 100 mg/l zu erreichen. Hierfür wurde die chemisch-physikalische (Neutralisation, Option zur P-Fällung, Flotation zur    Schlammabtrennung) durch eine biologische Reinigungseinheit ergänzt.


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Im Rahmen der Trinkwasseraufbereitung aus sauerstoffarmem Grundwasser wurden in halbtechnischen Versuchen biologische Umsetzungsprozesse bei der Enteisenung, Nitrifikation und Entmanganung an Schnellfiltern untersucht. Der biologisch abbaubare Kohlenstoffanteil reduzierte sich hierbei um 30%. Die Nassfiltration war der Trockenfiltration deutlich überlegen. mehr…>
Schlagwörter:  Abbau, Grundwasser, Filtration, Kohlenstoff Alle Schlagwörter , Ozonung, Toxische Substanz, Trinkwasseraufbereitung, Adsorption, Nitrifikation, Desinfektion, Enteisenung, Entmanganung, Nebenprodukt, Abfallvermeidung, Rohwasser, Versuchsanlage, Wasserinhaltsstoff
Die hygienisch unbedenkliche Einleitung von biologisch gereinigtem Abwasser in Badegewässer macht eine Entfernung der im Abwasser enthaltenen Keime erforderlich. Im Rahmen von Laboruntersuchungen wurde hierzu ein Verfahren erprobt, das eine weitreichende Entkeimung durch schockartigen Milieuwechsel und gleichzeitige Behandlung mit Ultraschall herbeiführt. mehr…>
Zur Abtrennung von Arsen aus Trinkwasser wurden in einer Pilotanlage vier Verfahren unter technischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten verglichen. Dabei erwies sich die Adsorption an granuliertem Eisenhydroxid als effektive, sehr sichere, wartungsarme und kostengünstige Alternative für kleine und mittlere Wasserversorger. mehr…>
Das entwickelte Eisenhydroxid ist Aktivtonerde als Adsorptionsmittel für Arsenat(V) überlegen. Für das schwer entfernbare Arsenat(III) wurde mit Mangandioxid ein festes Oxidationsmittel gefunden, das in Festbettfiltern einsetzbar ist und eine Alternative zur Dosierung von Oxidationsmitteln wie Ozon oder Permanganat darstellt. mehr…>
Die anorganische Reinigungsstufe ist für Versuchseinrichtungen projektiert worden, in denen Abwasser aus Projekten zur Grundwasser- und Altlastensanierung anfallen. In einer Charge ist hiermit die Behandlung des gesamten Spektrums schwermetallhaltiger, sulfidischer und cyanidischer Abwässer mit unterschiedlichen Konzentrationen und verschiedenen Durchsätzen möglich. mehr…>
Untersuchungen an einer UV-Bestrahlungsanlage im Kläranlagenablauf bestätigten eine ausreichende Keimreduktion an Fäkalbakterien über mehr als sechs Wochen ohne Strahlerreinigung. Die Belagbildung auf den UV-Schutzrohren hing stark vom Eisen- und Aluminiumgehalt im Abwasser ab. Bei der Wiederverkeimung wurden keine Fäkalbakterien festgestellt. mehr…>
Die Experimente zeigten einen unterschiedlichen Effekt der Ozonanwendung auf die Abbauraten von Pestiziden. Erhöhte Abbauraten bewirkte der UV/Ozon-Prozess insbesondere bei Parathion-methyl. Bei Feldversuchen wurde außerdem bei steigender Ozondosis und Lichtintensität eine Zunahme der Abbauraten von Atrazin und Desethylatrazin beobachtet. mehr…>
In dem Anlagenkomplex läuft die Behandlung des Wollwaschwassers in mehreren Schritten ab. Zunächst werden Sande, Kletten, grobe Fasern und Wollfettes Trommelfiltern und Dekanteranlagen entfernt. Anschließend wird das Abwasser in der Eindampfungs- und Feuerungsanlage zu 95 % ausgedampft. Das dabei entstehende Konzentrat wird verbrannt. Das gesammelte Brüdenkondensat wird in den Bioreaktoren unter aeroben Bedingungen biologisch gereinigt. Mit dem Verfahren wurde der Frischwasserverbrauch um 44 %, der Reststoffanfall um 50 %, der Pestizidgehalt am Einlauf um 40 %, der CSB-Gehalt um 90 % und der AOX-Gehalt um 80 % gesekt. mehr…>
Schlagwörter:  Verbrennung, Eindampfung, Abwasserbeseitigung, Biologische Abwasserreinigung Alle Schlagwörter , Bioreaktor, Abwasserreinigung, Abwasserbehandlung, Industrieabwasser, Hochbelastetes Abwasser, Textilindustrie, Wassereinsparung, Abfallvermeidung, Schadstoffminderung, Chlorverbindung, Chemischer Sauerstoffbedarf, Halogenverbindung, Halogenkohlenwasserstoff, Organische Verbindung, Chlorkohlenwasserstoff, Pestizidgehalt, Brüdenkondensat, Abwärmenutzung, Abgasreinigung
Mit Hilfe der untersuchten Oxidations- und Adsorptionsverfahren können kleine Wasserwerke Arsenkonzentrationen von 10 µg pro Liter Trinkwasser einhalten. Unter den Aspekten der Betriebssicherheit, des Betreuungsbedarfs und des verfahrenstechnischen Aufwands scheinen diese Verfahren den bisher angewandten Techniken überlegen zu sein. mehr…>
Die Elektrodialyse ist ein erfolgreiches Verfahren für einkomponentige Metalllösungen. Das entgiftete Abwasser kann problemlos in herkömmlichen Reinigungsanlagen weiter behandelt werden. Auf Abwässer, die mehrere Metalle enthalten, lässt sich das Verfahren mit den aktuell verfügbaren Membranmaterialien nicht anwenden. mehr…>
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