Aufklärung der Ursachen der Beeinträchtigung der Keimreduktion im Abwasser mittels UV-Strahlung durch Belagbildung und Wiederverkeimung
Untersuchungen an einer UV-Bestrahlungsanlage im Kläranlagenablauf bestätigten eine ausreichende Keimreduktion an Fäkalbakterien über mehr als sechs Wochen ohne Strahlerreinigung. Die Belagbildung auf den UV-Schutzrohren hing stark vom Eisen- und Aluminiumgehalt im Abwasser ab. Bei der Wiederverkeimung wurden keine Fäkalbakterien festgestellt.
Erhöhte Belastungen der Oberflächengewässer mit Fäkalbakterien können bei direktem Kontakt wie beim Baden und verschiedenen Wassersportarten zur Übertragung von Krankheitserregern führen. Der Haupteintrag an Fäkalbakterien erfolgt über die Einleitung von Kläranlagenabwässern. Gesetzliche Auflagen zur Abwasserdesinfektion bestehen bisher nicht.Erste Untersuchungen von UV-Bestrahlungsanlagen im Ablauf von Kläranlagenabwässern bestätigten die grundsätzliche Einhaltung der bakteriologisch-hygienischen Parameter. Allerdings war die Keimreduktion durch Belagbildung auf den UV-Strahlern schon nach wenigen Tagen stark herabgesetzt.
Vor diesem Hintergrund wurden umfangreiche Untersuchungen an einer UV-Bestrahlungsanlage im Kläranlagenablauf und an zwei UV-Anlagen zur Trinkwasserdesinfektion durchgeführt. Ziel war es, die chemischen und mikrobiologischen Ursachen der Belagbildung und der Wiederverkeimung herauszufinden.
Ergebnisse:
- Im Ablauf der UV-Bestrahlungsanlage wurden die für Badegewässer geltenden Leitwerte an Fäkalindikatorbakterien über mehr als sechs Wochen ohne Strahlerreinigung eingehalten.
- Die chemische Analyse der Schutzrohrbeläge ergab vor allem Eisen- und Aluminiumverbindungen. Bei erhöhten Eisen- und Aluminiumgehalten im Ablauf war die Keimreduktion bereits nach wenigen Tagen nicht mehr ausreichend.
- Die Belagbildung an Trinkwasser-Desinfektionsanlagen war erwartungsgemäß deutlich schwächer.
- Laboruntersuchungen von UV-bestrahltem Abwasser ergaben eine vollständige Wiederverkeimung nach drei Tagen, jedoch ohne Fäkalbakterien.
Bezugsquelle: Der Abschlussbericht zum Vorhaben kann unter der Signatur
F 95 B 1495 ausgeliehen werden bei der Technischen Informationsbibliothek (TIB) Hannover, Welfengarten 1B, 30167 Hannover.
Projektnummer:
02WA9106/0
Projektzeitraum:
01.05.1991 - 30.09.1994
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