Industrieabwasserbehandlung
Industrieabwasser enthält in Abhängigkeit von der Branche und dem Produktionsbereich, aus dem es stammt, unterschiedliche Arten von Verschmutzungen. Damit die Inhaltsstoffe keine Schadwirkungen in den Gewässern verursachen, führen die Unternehmen entweder eine Abwasserbehandlung in eigenen Anlagen durch, oder sie leiten es zur Reinigung in eine kommunale Kläranlage ein.
In den letzten Jahren wurden bedeutende Fortschritte in der Entwicklung und Bereitstellung von abwasserarmen und abwasserfreien Produktionstechnologien erzielt. Diese lösen zunehmend die traditionell additiven Maßnahmen am Ende eines Produktionsprozesses ab.
Mit Hilfe der Kreislaufführung, Kaskadennutzung und Teilstrombehandlung von Abwässern lassen sich der Gewässerschutz verbessern und gleichzeitig wirtschaftliche Vorteile für die Unternehmen erreichen.
Außerdem arbeitet die Industrie daran, die Schadstofffrachten im Abwasser zu verringern. Dies gelingt, indem giftige und umweltgefährdende Stoffe in den Produktionsprozessen durch weniger gefährliche Einsatzstoffe ersetzt werden. An technischen Entwicklungen haben sich zur Belastungsreduzierung unter anderem die Membrantechnologie und die adiabatische Verdampfung bewährt.
Zukünftig wird die Wasserrückgewinnung stark an Bedeutung gewinnen. Es gilt, das Abwasser nicht länger als Belastungsquelle für die „Umweltressource Gewässer“ zu verstehen, sondern als Produktionsressource mit Eigenwert zu sehen.
Diverse Branchenbeispiele für umweltverträglichere Produktionsverfahren sind in dieser Datenbank enthalten. Beispielhaft seien genannt:
• Textilindustrie: Vermeidung von Abwasser durch das Färben von Nähgarnen aus Polyesterfasern in überkritischem Kohlendioxid (CO2).
• Papierindustrie: Abwasserfreie Papierproduktion durch die komplette Aufbereitung des Betriebsabwassers in einer Kreislaufwasserbehandlungsanlage.
• Leiterplattenindustrie: Reduzierung des Wasserverbrauchs und der Abwassermengen durch Behandlung und Rückführung von Teilströmen.




