Mechanisch-Biologische Behandlung

Mechanisch-biologische Stabilisierungsanlage (MBS)
© BMU / Rupert Oberhäuser

In mechanisch-biologischen Abfallbehandlungsanlagen (MBA) wird eine mechanische oder physikalische Aufbereitung mit einer biologischen Behandlungsstufe in Form einer Rotte oder einer Vergärung kombiniert, um ein ablagerungsfähiges Produkt herzustellen. Diese Technik hat sich als „kaltes“ Vorbehandlungsverfahren neben der Verbrennung als thermische Behandlungsoption durchgesetzt und damit das Spektrum an technischen Lösungen für eine umweltverträgliche Entsorgung von Abfällen erweitert.


Neben der MBA (deponieorientiert) kommt die MBS (mechanisch-biologische Stabilisierungsanlage) als Verfahrensvariante zur gezielten Herstellung von Sekundärbrennstoffen aus Abfällen zum Einsatz. Bei der MBS wird die Reaktionswärme des mikrobiellen Abbaus dazu genutzt, den Abfall zu trocknen. Durch die Trocknung werden die Abfälle biologisch stabilisiert und für eine bevorzugt energetische Nutzung vorbereitet.
Mit beiden Anlagentechniken, der MBA und der MBS, werden aus den Abfällen hochkalorische Fraktionen abgetrennt, die – ggf. nach einer weiteren Aufbereitung – in industriellen Feuerungsanlagen als Ersatzbrennstoff oder in speziellen Verbrennungsanlagen für Sekundärbrennstoffe genutzt werden.
In Forschungsprojekten und Demonstrationsvorhaben wurde unter anderem untersucht, 
• wie verunreinigte Kunststoffabfälle zu Sekundärbrennstoffen aufbereitet werden können,
• welche typischen Emissionen von mechanisch-biologischen Behandlungsanlagen ausgehen und welche Möglichkeiten der Reduzierung bestehen sowie
• welches Langzeitverhalten mechanisch-biologisch vorbehandelter Restmüll auf Deponien zeigt und ob die Vorbehandlung Auswirkungen auf eine nachgeschaltete thermische Behandlung hat.


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In einer zweistufigen, anaeroben Anlage nach dem Schwarting-Uhde-Verfahren konnte der Nachweis geführt werden, dass die biologische Behandlung von organischen Abfällen, selbst von Restmüll, eine ökonomische und ökologische Entsorgungsalternative zur Verbrennung darstellt. Die Prozessreststoffe können aufgrund ihrer geringen Atmungsaktivität deponiert werden. mehr…>
Labor-Untersuchungen in Deponie-Simulations-Reaktoren zeigten, dass durch eine sehr weitgehende biologische Vorbehandlung die Produktion von Methangas und Sickerwasser drastisch reduziert wird. Daraus resultiert eine mögliche Verringerung des Emissionspotentials um 90-95%. mehr…>
Schlagwörter:  Vorbehandlung, Ablagerung, Deponie, Sickerwasser Alle Schlagwörter , Siedlungsabfall
In einer Demonstrationsanlage wurden verunreinigte Kunststoff-Abfälle zu hochwertigen Sekundärrohstoffen aufbereitet. Kernaggregat des entwickelten Verfahrens ist eine nass-mechanische Stofflösung, die eine händische Vorsortierung erübrigt und dadurch erhebliche Kosteneinsparungen bewirken kann. mehr…>
Untersuchungen an vier mechanisch-biologischen Behandlungsanlagen brachten Erkenntnisse darüber, welche typischen Emissionen von diesen Anlagentechniken zu erwarten sind und welche Möglichkeiten der Emissionsreduzierung bestehen. Dies war eine Voraussetzung, um sie als Entsorgungsanlagen umweltverträglich einsetzen zu können. mehr…>
Im Ergebnis der qualitativen Stoffidentifizierung und -bewertung mittels verschiedener Screeningmethoden wurden drei abgestufte Stofflisten erarbeitet: eine umfangreiche Einzellstoffliste aller Luftschadstoffe, eine praxisorientierte kurze Stoffliste mit den relevantesten Stoffen und eine mit Summenparametern, die als Messkonzept zur betrieblichen Überwachung dienen kann. mehr…>
Die im Forschungsprojekt entwickelte Wirksubstanz ist ein zyklischer Lipopeptid-Komplex, der von einem Bacillus-subtilis-Stamm erzeugt wird. Die fungiziden Eigenschaften dieser Substanz ermöglichen den Schutz vor Holz zerstörenden Pilzen ohne die giftigen Schwermetallablagerungen konventioneller Holzschutzmittel. mehr…>
Anhand eines Pilz-Screenings, physikalischer, biochemischer und chemischer Untersuchungen konnte ein dreistufiges Verfahren zum PAK-Abbau in Bahnschwellen vorgeschlagen werden. Danach soll auf die mechanisch-hydrothermische Zerfaserung zunächst eine chemische Behandlung folgen, bevor der Weißfäulepilz "trametes versicoclor" zum biologischen Abbau eingesetzt wird. mehr…>
Das in Deutschland etablierte FABER-AMBRA®-Verfahren zur mechanisch-biologischen Abfallvorbehandlung lässt sich auch unter den klimatischen und abfallwirtschaftlichen Bedingungen Brasiliens erfolgreich einsetzen. Durch die Vorbehandlung werden die organische und die Schwermetallbelastung des Sickerwassers der Deponien sowie deren Gasemission stark reduziert. mehr…>
Abluft und Kondensatabwässer aus Kompostanlagen enthalten biokonversionsrelevante Stoffe wie Kohlendioxid, Stickstoff und Phosphate, die in einer großtechnischen Versuchsanlage erfolgreich zum Aufbau von Algenbiomasse genutzt werden konnten. Die Kosten liegen im Vergleich zur Klärtechnik um das zehnfache höher. mehr…>
Für die emissionstechnischen Erprobungen wurde die VocsiBox® ausgewählt, bei der die Aufrechterhaltung der Oxidationstemperatur durch Zudosierung eines gasförmigen Energieträgers in das Rohgas und eine flammenlose Oxidation erfolgt. Die Ergebnisse der Abluftreinigung sind ermutigend. Relevante Emissionsparameter konnten bis unter die geltenden Grenzwerte abgebaut werden.
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