Oberflächentechnik

Energie- und Stoffstromanalyse beim Lackieren von Zierteilen für Fahrzeuginnenräume

Die Energie- und Stoffflussanalyse zeigte, dass bei der Lackapplikation der Energieverbrauch durch die Nutzung des Energiegehaltes der Lösemittel gesenkt und die Abfälle der Lackieranlagen reduziert werden können. 

 

Zusammenfassung

Erwin Behr Automotive GmbH fertigt Zierteile aus Holz, Gewebe, Aluminium etc. für den Innenraum hochwertiger Fahrzeuge.

Die Lackierung der Zierteile erfolgt in konventioneller Applikationstechnik (Spritzverfahren) sowie mit einem speziellen patentierten Lackgießverfahren.

 

Vorhabensziele

  • Transparenz bezüglich der betriebliche Energie- und Stoffströme, insbesondere im Bereich des Lackierautomaten.
  • Aufstellung und Überprüfung einer Lösemittelbilanz.
  • Transparenz bezüglich der Energie- und Abfallkosten.
  • Aufzeigen von betrieblichen Optimierungsmöglichkeiten unter Anwendung produktionsintegrierter Maßnahmen.
  • Darstellung eines Konzepts zur thermischen Verwertung von Lösemittelemissionen.

Im Vordergrund der Untersuchungen standen die Reduzierung der Lösemittelemissionen und die Nutzung des Energiegehaltes der Lösemittel zur Versorgung des Betriebes.

Auf der Grundlage eines Prozessfließbildes und einer detaillierten Energie- und Stoffstrombilanz konnten verschiedene Szenarien dargestellt und Optimierungspotenziale herausgearbeitet werden.

 

Ergebnisse

Nutzung Lösemittel:

Bei konzentrierter Erfassung der LM-Emissionen könnten diese bis zu 23% des Wärmebedarfes der Pressen decken. Bei 40 t LM/a liegt das Einsparpotential bei ca. 18.000,- bis 22.000.- EUR/a.

 

Erfassung Lösemittel:

Bei der konventionellen Applikationstechnik sollte es möglich sein, mit geringem Aufwand die LM hochkonzentriert abzusaugen und dem Wärmeerzeuger für die Pressen zuzuführen.

Damit kann der Grenzwert von 50 mg/m3 Abluft eingehalten werden.

 

Lackapplikation:

Durch Erhöhung des Lackauftragswirkungsgrad können die Lackeinkaufskosten und die Abfallmengen reduziert werden (ca. 6.000 EUR/a für 1% Verminderung Lackmenge).

 

Abfall:

Der Abfall sollte genauer bezüglich der Schadstoffmengen analysiert werden.

Anhand der genaueren Analysen könnten sich Verwertungsmöglichkeiten ergeben, z.B. direkt beim Lösemittelhersteller. In 2003 betrugen die Abfallkosten aus den Lackieranlagen ca. 34.000 EUR.

 

Lackgießverfahren:

Das von Behr patentierte Verfahren des Lackgießens stellt bereits einen ökonomisch und ökologisch optimierten Prozess dar, bei dem der Lösemitteleinsatz und die Emissionen ganz wesentlich minimiert werden.

Projektbeteiligte

Durchführende Institution

Erwin Behr Automotive GmbH

Kooperationspartner

LCS Life Cycle Simulation GmbH

Steinbeis - Transferzentrum für Unternehmensentwicklung an der Hochschule Pforzheim

Weitere Projektdaten

Projekttitel: BEST-Projekt Behr GmbH - Ergebnisbericht Holzverarbeitende Industrie

Projektzeitraum: 2005 - 2005

Projektort: Deutschland (Baden-Württemberg)

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Quelle: Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg