Klärschlamm

Hochwertige Leichtzuschlagstoffe aus Klärschlamm für die Bauindustrie

Die vorgestellte Methode zur Verwertung von Klärschlamm basiert auf dem PORODUR-Verfahren. Es bietet die Möglichkeit, hochwertige Leichtzuschlagstoffe aus Klärschlamm herzustellen und dabei dessen stoffliche und energetische Eigenschaften gleichermaßen zu nutzen. 

 

Zusammenfassung

Bei der Abwasserreinigung fällt Klärschlamm an, der verwertet oder entsorgt werden muss. Während die landwirtschaftliche Verwertung als problematisch gilt, ist eine Deponierung seit 2005 nicht mehr möglich und die Schlammverbrennung aufgrund des hohen Ascheanfalls ebenfalls wenig geeignet.

In dem Vorhaben wird daher ein alternatives Verfahren zur Verwertung von Klärschlämmen vorgestellt, bei dem dessen stoffliche und energetische Eigenschaften gleichermaßen genutzt werden. In diesem sogenannten PORODUR-Verfahren werden Leichtzuschlagstoffe für die Bauindustrie hergestellt. Hierbei werden aus dem Rohmaterial Pellets geformt und diese anschließend einer thermischen Behandlung unterzogen. Beim Brennen werden die organischen Inhaltsstoffe oxidiert und die Verbrennungsgase „blähen“ die Pellets auf. Die entstehenden Baustoffe sind weder brenn- noch verrottbar und müssen nicht mit Flammschutzmitteln, Fungiziden oder Insektiziden behandelt werden.

Ergebnisse:

  • Ein erhöhter Austrieb der brennbaren Substanzen ergibt sich durch längere Vorwärmzeiten, höhere Vorwärmtemperaturen oder eine (partielle) Luftzugabe.
  • Die Organikreduktion sollte so weit stattfinden, dass die Pellets später nicht verkleben. Eine zu weitreichende Reduktion verringert jedoch das Pelletvolumen zu sehr.
  • Die umweltanalytischen Untersuchungen belegen, dass organische Schadstoffe fast vollständig zerstört und Schwermetalle dauerhaft fixiert werden. Dies gilt unabhängig vom eingesetzten Schlamm bzw. der Ofenatmosphäre. Die relevanten Vorschriften des DIBt-Merkblattes werden erfüllt.
  • Der aus Klärschlamm hergestellte Leichtzuschlag weist keine Nachteile gegenüber den konventionellen Produkten auf. Das Produkt kann risikolos eingesetzt werden.
  • Das PORODUR-Verfahren mit bis zu 100 % Klärschlammeinsatz liefert im Vergleich zu mehreren anderen Verfahren das beste Ergebnis und kann sich mit qualitativ hochwertigen Blähtonprodukten messen.

Weitere Projektdaten

Projekttitel: Laboruntersuchungen zur Herstellung qualitativ hochwertiger Leichtzuschlagstoffe aus Klärschlamm für die Bauindustrie

Projektnummer: 02WS0185

Projektzeitraum: 2002 - 2005

Projektort: Deutschland (Baden-Württemberg)

Projektansprechpartner:

Herr em. Prof. Dr.-Ing. E.h. Ph.D. Hahn

+49 (0)721 / 608-42457

+49 (0)721 / 608-44151

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Quelle: Technische Informationsbibliothek Hannover (TIB)