Membrantechnologie

Optimierter Betrieb von Membrananlagen in der kommunalen Abwasserreinigung

Aus den innerhalb des Vorhabens gesammelten Daten zu Planung, Bau und Betrieb von Membrananlagen in der kommunalen Abwasserbehandlung leiten die Projektpartner Empfehlungen für die Anwender ab. Diese ermöglichen neben erheblichen Kosteneinsparungen auch eine verbesserte Betriebssicherheit der Membrananlagen. Daraus kann sich eine weitere Verbreitung des umweltschonenden Abwasserreinigungsverfahrens ergeben. 

 

Zusammenfassung

Membranbioreaktoren (MBR) sind Kläranlagen, die das Membranbelebungsverfahren verwenden – eine Kombination aus biologischer Abwasserreinigung und Membranfiltration. Dabei ist die Effektivität des Verfahrens von der Trenngrenze der eingesetzten Membranen statt wie bisher von den Sedimentationseigenschaften des belebten Schlammes abhängig. Als vorteilhaft erweisen sich hierbei die nahezu keimfreie Ablaufqualität und der geringere Platzbedarf gegenüber konventionellen Techniken.

Da künftig mit einer zunehmenden Verbreitung des für die kommunale Abwasserreinigung noch neuen Verfahrens zu rechnen ist, wollen die Projektpartner den Betrieb der Membrananlagen für diesen Zweck optimieren. Dafür sollen Betriebserfahrungen gesammelt sowie die Effizienz der MBR untersucht und bewertet werden. Daran anknüpfend erfolgt die Erarbeitung von Empfehlungen für die Planung, Gestaltung, Dimensionierung und den Betrieb von Membrananlagen.

 

Ergebnisse:

  • Eine mangelhafte Feinsiebung des Abwassers kann durch die Anpassung der Siebart bzw. Spaltbreite sowie die Teilstromsiebung des Schlammes behoben werden. Die Siebaggregate sollten redundant ausgelegt werden, um das zufließende Abwasser jederzeit vollständig behandeln zu können.
  • Eine Verschlammung der Belüftungselemente kann durch Membranlüfter oder regelmäßige Spülungen der Belüftungsrohrleitungen verhindert werden.
  • Skimmen, Versprühen von Permeat und ein Polymereinsatz können eine starke Schwimmschlammbildung vermindern.
  • Die „Rücklaufschlamm“-Pumpen sollten in einem separaten Becken angeordnet werden, da die Vorteile (Reinigung der Module und ihr Schutz vor Kurzschlussströmungen) gegenüber den Nachteilen (höhere Herstellungskosten, zusätzlicher Energieaufwand) überwiegen.
  • Einheitlich kurze Permeatleitungen minimieren die Dauer der chemischen Rückspülung und den Chemikalienaufwand. Sie sollten in chemisch beständigem Kunststoff ausgelegt sein, um eine Korrosion durch Reinigungsmittel zu verhindern.

Weitere Projektdaten

Projekttitel: Optimierung der Gestaltung und des Betriebs von Membrananlagen in der kommunalen Abwasserreinigung (OBEMEKA)

Projektnummer: 02WA0596

Projektzeitraum: 2005 - 2006

Projektort: Deutschland (Nordrhein-Westfalen), Japan

Projektansprechpartner:

Herr Univ.-Prof. Dr.-Ing. Pinnekamp

+49 (0)241 / 80-25207

+49 (0)241 / 80-22285

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Quelle: Technische Informationsbibliothek Hannover (TIB)