Membrantechnologie

Wassersystem zur Regenwassernutzung und Abwasserreinigung

Das im Projekt entwickelte innovative Wasserinfrastruktursystem erlaubt die Regenwassernutzung und Reinigung kommunaler Abwässer. Es erfolgt die Aufbereitung der erfassten Abwasserströme mit moderner Membrantechnik und eine Zurückverteilung entsprechend der Wasserqualität. Darüber hinaus erzielt das System die Rückgewinnung der nutzbaren Abwasserinhaltsstoffe und die Reduktion des Trinkwasserverbrauchs im Haushalt. 

 

Zusammenfassung

Im konventionellen Wassersystem wird Frischwasser aufbereitet und den Verbrauchern in Trinkwasserqualität zugeführt. Das dann entstehende Abwasser wird gemeinsam mit dem Regenwasser abgeleitet, um nach der Reinigung in ein Oberflächengewässer eingeleitet zu werden. Problematisch ist dabei die relativ hohe Gewässerbelastung durch ungeklärtes Schmutzwasser sowie die stoffliche Schlammverwertung aufgrund der Verschmutzung der Klärschlämme, z. B. mit Schwermetallen durch Industrieeinleiter. Darüber hinaus werden die unterschiedlichen Nutzungen (z. B. Toiletten-, Brauchwasser) alle mit Trinkwasserqualität bedient, obwohl der Anteil der Nutzungen mit höchsten Qualitätsanforderungen (Essen, Trinken) sehr gering ist.

Innerhalb des Projektes sollte daher ein innovatives Wasserinfrastruktursystem entwickelt und erprobt werden. Der neuartige Ansatz zur semi-dezentralen Regenwassernutzung und Reinigung kommunaler Abwässer soll Abwasserinhaltsstoffe als Stoff- und Energiequelle nutzen und dabei den Umfang der zentralen Systemkomponenten reduzieren. 

 

Ergebnisse:

  • Die Regenwasseraufbereitung erfolgt über eine Membranvorbehandlungs- und Desinfektionsstufe zur Gewinnung hochwertigen Pflegewassers, das hygienisch der Trinkwasserqualität entspricht.
  • Die Nutzung des Rohwassers erfolgt dann entsprechend seiner Qualität. Die Rückverteilung in die Gebäude erfolgt über ein eigenes Netz.
  • Schmutzwasser wird über ein Vakuumsystem erfasst und als hochkonzentriertes, feststoffhaltiges Abwasser mit dem Ziel der Wertstoff- und Energiegewinnung aufbereitet.
  • Straßen- und Oberflächenwasser der Siedlungen werden getrennt erfasst, gereinigt und in einem Löschwasserteich oder einem Staukanal gespeichert. Alternativ kann es zu Brauchwasser aufbereitet werden.
  • Die Oberflächenregenwässer und überschüssigen gereinigten Abwasserfiltrate werden in Teiche im Bebauungsgebiet eingeleitet. Die eingesetzten Reinigungsverfahren gewährleisten eine sehr hohe Wasserqualität der Teiche, die deutlich über den Anforderungen der EU-Badegewässerrichtlinie liegt.

Weitere Projektdaten

Projekttitel: Dezentrales Urbanes Infrastruktursystem DEUS

Projektnummer: 02WD0457

Projektzeitraum: 2003 - 2008

Projektort: Deutschland (Bayern)

Projektansprechpartner:

Herr Dr.-Ing Mohr

+49 (0)711 970-4216

+49 (0)711 970-4200

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Quelle: Technische Informationsbibliothek Hannover (TIB)