Membrantechnologie

Untersuchungen zum Einsatz der Nachklärung durch Membranfiltration in der kommunalen Abwasserreinigung

Beim Ausbau einer kommunalen Kläranlage wurden drei Membrananlagen in vorhandene Belebungsbecken eingebaut und einem 15-monatigen Versuchsbetrieb unterzogen. Die Platten- und Hohlfasermembranen erwiesen sich als zuverlässig. Gegenüber konventionellen Belebungsanlagen war der Stoffumsatz hinsichtlich Kohlenstoff-, Stickstoff- und Phosphatabbau vergleichbar.

 

Zusammenfassung

Membrantechnologien für die kommunale Abwasserreinigung wurden bislang nicht ausreichend in der Praxis erprobt.

 

Vor diesem Hintergrund wurden im Rahmen des Ausbaus einer kommunalen Kläranlage drei Membrananlagen in vorhandene Belebungsbecken eingebaut und einem 15-monatigen Versuchsbetrieb unterzogen.

 

Im Einzelnen interessierte

  • die maximale hydraulische Leistungsfähigkeit der Membranen,
  • die Nährstoffelimination bei stark variablem Zufluss,
  • der Energieeinsatz zur Filtration und Belüftung und
  • die Anreicherung umweltrelevanter Problemstoffe im Überschussschlamm.

 

Ergebnisse:

  • Der Betrieb der Platten- und Hohlfasermembranen erwies sich als weitgehend störungsfrei und zuverlässig. Der Ablauf war frei von abfiltrierbaren Feststoffen. Die Rohrmembranen verstopften durch den feinfaserigen Zulauf sehr schnell.
  • Die maximale hydraulische Belastung wurde an Hand eines ausgiebigen Mischwasserzuflusses in der kalten Jahreszeit ermittelt. Die Membranstandzeit lag hierbei zwischen sechs und zwölf Monaten.
  • Gegenüber konventionellen Belebungsanlagen war der Stoffumsatz vergleichbar. Der Kohlenstoff- und Phosphatabbau erfolgte weitgehend vollständig. Die Denitrifikationsleistung war infolge stark schwankender Zuflüsse sehr ungünstig. Der zugehörige Überwachungswert wurde nicht sicher eingehalten.
  • Der mittlere spezifische Stromverbrauch lag bei 1,4 kWh/m³ Rohwasser.
  • Der Gehalt an organischen Halogenverbindungen und Schwermetallen im Überschussschlamm war niedrig.

Weitere Projektdaten

Projekttitel: Untersuchungen zum Einsatz der Nachklärung durch Membranfiltration in der kommunalen Abwasserreinigung bei stark variablen Zulaufverhältnissen auf der Kläranlage Immenstaad des Abwasserverbandes Lipbach-Bodensee

Projektnummer: 02WA9683/0

Projektzeitraum: 1997 - 1998

Projektort: Deutschland (Baden-Württemberg)

Projektansprechpartner:

Herr Prof. Dr.-Ing. Krauth

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Quelle: Technische Informationsbibliothek Hannover (TIB)