Membrantechnologie

Entwicklung innovativer Verfahren zur Behandlung von Abwasser mit Membranbioreaktoren und Anforderungen zur Grundwasseranreicherung im Jordantal

Ziel des Vorhabens ist die Grundwasseranreicherung im Jordantal. Besondere Bedeutung kommt dabei der angepassten Aufbereitung der Abwässer zu. Die Forscher führten eine Bestandsaufnahme persistenter Spurenstoffe im Jordantal durch und entwickeln Methoden zur Virenerfassung weiter. Der Einsatz von Pulveraktivkohle erwies sich als erfolgreich zur weitergehenden Spurenstoffverminderung. 

 

Zusammenfassung

Aufgrund des globalen Bevölkerungswachstums, der stetigen Industrialisierung und den damit einhergehenden Klimaveränderungen kommt es in vielen Ländern zu Wasserknappheit. So auch im Jordantal, wo sich zudem die Grundwasserqualität durch Versalzung und Kontamination mit Abwässern immer weiter verschlechtert. 

Ziel des Vorhabens war es, diesem Problem mit der Wiederverwendung von Abwässern im Rahmen eines integrierten Wasserressourcenmanagements (IWRM) entgegenzuwirken.

Dazu wurde die Verfahrenskombination „Mechanische Vorreinigung“ – „Angepasste Membranbiologie“ – „Bodenpassage und Grundwasseranreicherung“ weiterentwickelt. Neben dieser technischen Verfahrensentwicklung wurden eine Bestandsaufnahme persistenter Spurenstoffe im Jordantal durchgeführt sowie Methoden zur Erfassung von Viren weiterentwickelt.

Ergebnisse:

  • Die Untersuchungen zu organischen Spurenstoffen ergaben pharmazeutische Rückstände von Trialkylphosphate, Steroidhormone und Alkylphenole in Abwasser-, Oberflächen- und teilweise Grundwasserproben. Antibiotika und Pflanzenschutzmittel wurden hingegen kaum gefunden.
  • Hinsichtlich des biologischen Abbaus und des Trübstoffgehalts weist das Filtrat des Membranbioreaktors (MBR) deutlich geringere Werte auf als der Ablauf konventioneller Abwasserbehandlung.
  • Für die Elimination der MS2-Phagen als Modellorganismus für humanpathogene Viren konnte in der 20°C Säule ein hoher Rückhalt erzielt werden. 
  • Im Jordantal erscheint die Verfahrenskombination biologische Reinigung, Membranfiltration und Bodenpassage aussichtsreich. Der Einsatz von Pulveraktivkohle zeigte eine hohe Eliminationsleistung hinsichtlich Röntgenkontrastmittel. Für die Nachbehandlung der Filtrate zur weitergehenden Spurenstoffverminderung erwies sich der Einsatz von Pulverkohle als erfolgreich.
  • Die ebenfalls untersuchte Ultrafiltrations (UF)-Membran wies insgesamt stabilere Betriebsbedingungen auf als die Mikrofiltrations (MF)-Membran und reagierte deutlich weniger empfindlich auf Schwankungen der Randbedingungen. 

Weitere Projektdaten

Projekttitel: Verbundprojekt: IWRM, Israel (ISR), Jordanien (JOR), Palästina (PLA): Entwicklung innovativer Verfahren zur Behandlung von Abwasser mit Membranbioreaktoren und Anforderungen zur Grundwasseranreicherung im Jordantal

Projektnummer: 02WM0803, 02WM0804

Projektzeitraum: 2007 - 2009

Projektort:  Deutschland (Baden-Württemberg, Bayern), Palästinensische Gebiete, Jordanien

Projektansprechpartner:

Herr Dr. rer. nat. Thiem

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Quelle: Technische Informationsbibliothek Hannover (TIB)