Bodensanierung

BioRefine: Resorptionsverfügbarkeit von Schadstoffen aus kontaminierten Böden – Wirkungspfad Boden-Mensch

Das vorliegende Projekt beleuchtet den Wirkungspfad von Bodenschadstoffen zum Mensch durch Untersuchungen zur perkutanen und ingestiven Resorptionsverfügbarkeit von diversen Kohlenwasserstoffen. Es ist Teil eines Verbundvorhabens zur Bewertung von kontaminierten Flächen.

 

Zusammenfassung

Im Rahmen des Verbundvorhabens  „BioRefine: Bewertung von Schadstoffen im Flächenrecycling und nachhaltigen Flächenmanagement auf der Basis der Verfügbarkeit / Bioverfügbarkeit“, dessen Ziel die Erarbeitung von Bewertungsmaßstäben für kontaminierte Brachflächen war, wird im vorliegenden Forschungsprojekt der Wirkungspfad Boden-Mensch untersucht. Durch die Berücksichtigung von ingestiver und perkutanter Resorptionsverfügbarkeit RV (messbare prozentualer Massenanteil, der aus dem Boden mobilisiert werden kann und zur perkutanen und gastro-intestinalen Resorption zur Verfügung steht) soll eine realistische Einschätzung der Gefährdung für den  Menschen möglich sein – die bisher verwendeten Bewertungsverfahren gingen von vollständiger Resorption aus und überschätzten damit die Gesundheitsrisiken durch kontaminierte Flächen und den Preis von Bodensanierung. 

Die perkutane RV wurde mittels einer ETFE-Membran und Inertgas in einer Diffussionszelle untersucht. Für die Untersuchung der ingestiven RV (prozentualer Übergang eines Schadstoffes aus der Bodenprobe in die wässrige Phase) wurden Bodenproben mit synthetisierten Magen- und Darmsäften behandelt. 

Ergebnisse:

  • Die desorbierten Stoffmassen, die die Membran passieren, sind nur geringfügig von der aufgetragenen Bodenmasse abhängig. 
  • Die RV von PAK (polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe) liegt nach 19h bis 24h im Bereich der Blindwerte – ist also nicht nachweisbar. Auch für sehr hohe Kontaminationen beträgt die RV maximal 0,024%.
  • Die Mobilisierung von höherkörnigen (schwerer flüchtigen) PAK ist unter Einwirkung von Schweißlösung größer als ohne Schweißeinwirkung.  
  • Die ingestive Resorptionsverfügbarkeit von PAK und MKW (Mineralölkohlenwasserstoffe) in sandigen Böden liegt weit unter 100%.
  • Für Benzo(a)pyren ist die orale Aufnahme dominierend; die ingestive Resorptionsverfügbarkeit liegt mit 3-12% um ein vielfaches höher als die perkutane RV (0,01 – 0,024%). Die perkutane Aufnahme von 5 kernigen PAK ist im Vergleich zur ingestinen zu  vernachlässigen. Für die restlichen Kohlenwasserstoffe ist die perkutane Aufnahme um das 51-fache bedeutsamer als die orale Aufnahme.
  • Die Annahmen der Bundesbodenschutz- und Altlastenverordnung BBodSchV zur Dicke einer Bodenschicht auf der Haut und damit zur Resorption sind unrealistisch hoch.   

Weitere Projektdaten

Projekttitel:  Verbundprojekt: BioRefine: Bewertung von Schadstoffen im Flächenrecycling und nachhaltigen Flächenmanagement auf der Basis der Verfügbarkeit / Bioverfügbarkeit. (BioRefine) Projektteil: Resorptionsverfügbarkeit und Expositionsabschätzung

Projektnummer: 0330765D

Projektzeitraum: 2006 - 2010

Projektort: Deutschland (Berlin)

Projektansprechpartner:

Herr Prof. Dr. rer. nat. Rotard

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Quelle:  Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)