Grundwassersanierung

Entwicklung einer Entscheidungshilfe zur nachhaltigen Sanierung kontaminierter Böden

Projektergebnis ist eine Entscheidungshilfe für die jeweils optimale Wahl einer in-situ Sanierungstechnik, wobei alle bedeutsamen Einflüsse auf die lokale Umwelt in das Instrument einbezogen sind. Zu diesen Techniken zählen die Immobilisierung, die Phytoextraktion und die Phytostabilisierung. 

 

Zusammenfassung

Die Entwicklung schonender in-situ Sanierungstechnologien wird seit langem erforscht - deren Anwendung als praxistaugliche Lösung befindet sich jedoch noch in einem frühen Stadium. Die derzeitig limitierenden Faktoren umfassen unter anderem auch die Standort- und Schadstoffcharakterisierung: Die Methoden zur Bestimmung der Spurenelementfraktionen, insbesondere ihrer Bioverfügbarkeit, geben womöglich nur unzureichenden Aufschluss über die potenziellen Risiken, da die Bioverfügbarkeit zeitlich und räumlich variiert. 

Ziel des Projektes war die Entwicklung einer Entscheidungshilfe (SUMATECS: Nachhaltiges Management von mit Spurenelementen kontaminierten Böden) für die jeweils optimale Wahl einer in-situ Sanierungstechnik, wobei alle Sanierungsszenarien und möglichen Einflüsse auf die Umwelt einbezogen werden. Die betrachteten Sanierungsmethoden umfassen die Immobilisierung (Nährstoffe liegen durch Mikroorganismen oder im Gestein vorübergehend festgesetzt vor), die Phytoextraktion und die Phytostabilisierung. Bei der Phytoextraktion nehmen kultivierte Pflanzen die Bodenschadstoffe verstärkt auf und binden diese in hohen Konzentrationen in ihrer Biomasse. Bei der Ernte werden die Pflanzenteile entfernt und einer geeigneten Entsorgung zugeführt. Die Phytostabilisierung verringert die Mobilität der Schadstoffe, indem an den Feinwurzeln Schadstoffe adsorbiert und somit im Boden gehalten werden. Ihre Auswaschung ins Grundwasser wird dadurch reduziert. 

 

Ergebnisse:

  • Es sind weitere Studien zu kurz- und langfristigen Effekten schonender Sanierungstechniken auf bodenbiologische Parameter nötig. Weiterhin müssen die standortbezogenen, empfindlichen Bioindikatoren für die Restaurierung der Bodenfunktion identifiziert werden.
  • Die entwickelte Datenbanksoftware beinhaltet Experimente, welche ein TECS (mit Spurenelementen kontaminierter Boden)-Management mit schonenden Sanierungsmethoden angewandt haben.
  • Die Bioverfügbarkeit von Spurenelementen wird in Risikogutachten angegeben – diese geben jedoch keinen genauen Aufschluss über das tatsächliche ökologische und gesundheitliche Risiko der örtlichen Belastung.
  • Für ein optimales SUMATECS sind bessere Untersuchungen zur Bodenbildung, -evolution und -fruchtbarkeit wichtig, um einen nutzbaren Boden zu gewährleisten.
  • Die Biomasseverwertung stark kontaminierten Pflanzenmaterials bleibt bislang ein ungelöstes Problem.

Weitere Projektdaten

Projekttitel: SNOWMAN-Verbundprojekt SUMATECS: Nachhaltiger Umgang mit (schwer-) metallbelasteten Böden - Entwicklung eines Expertensystems zur Unterstützung der Maßnahmenauswahl und Evaluierung der praktischen Anwendungsmöglichkeiten

Projektnummer: 0330845A, 0330845B

Projektzeitraum: 2007 - 2008

Projektort: Deutschland (Nordrhein-Westfalen, Sachsen)

Projektansprechpartner:

Herr Dr. Puschenreiter

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Quelle: Technische Informationsbibliothek Hannover (TIB)