Rüstungsaltlasten

Computergesteuerte Kampfmittelsuche und -räumung in Lettland

Im Rahmen des deutsch-lettischen Kooperationsprojektes vermittelte ein deutsches Unternehmen einer lettischen Firma eine kostengünstige Technik für die computergestützte Sondierung und Räumung kampfmittelbelasteter Flächen in Lettland.

 

Zusammenfassung

Zum Zeitpunkt des Projektes war eine vorbeugende Kampfmittelräumung in Lettland nicht vorhanden und auch noch nicht im Aufbau. Mit begrenztem Personal und begrenzter Technik erfolgte nur die Beräumung von Fundmunition. Die Kampfmittel unterschiedlicher Art beinhalten ein umfangreiches Stoffspektrum mit spezifischen chemisch- physikalischen und toxischen Eigenschaften. Insbesondere die lange Verweildauer im Boden und die damit verbundene voranschreitende Korrosion beinhalten eine große Gefahr hinsichtlich der Freisetzung der toxischen Inhaltsstoffe. Infolge der relativ guten Löslichkeit gelangen diese Stoffe und dessen Metabolite schnell in den Boden und in das Grundwasser und können somit weitreichende Kontaminationen verursachen. Um zu einer nachhaltigen Verbesserung der Umweltsituation in der Republik Lettland beizutragen, sollte die lettische Seite mit Hilfe des Projekts in die Lage versetzt werden, die Gefahren, die von Kampfmitteln im Erdreich für Mensch und Umwelt ausgehen, gezielt, kurzfristig und ressourcenschonend zu beseitigen.

Ziel des Projektes war ein systematischer Wissens- und Technologietransfer für die Anwendung der kostengünstigen computergestützten Sondierung zur Feststellung der Kampfmittelbelastung auf ehemals militärisch genutzter Flächen (Kampfgebiete des 1. und 2. Weltkrieges) in der Republik Lettland. Für die praktische Demonstration der Technologie zur Suche und Bergung von Kampfmitteln auf einer Landfläche wurde das ehemalige Munitionlager in Cecule ausgewählt. Im Rahmen des Projektes erfolgte eine Zusammenarbeit mit Vertretern des lettischen Umweltministeriums und des lettischen Verteidigungsministeriums sowie der Kommunalverwaltung.

Technische Lösung

Die von der deutschen Firma UAB GmbH vermittelte Methode entsprach dem aktuellen Stand der Technik in Deutschland. Bei diesem System handelt es sich um eine computergestützte Datenaufnahme von ferromagnetischen Störkörpern im Erdreich. Gekoppelt mit DLM-GPS wird ein effektives Verfahren garantiert, welches es ermöglicht vorhandene Störkörper cm-genau zu erfassen und auszuwerten.

Ergebnisse 

Im Rahmen des Projektes wurden 9 Mitarbeiter der lettischen Firma VentEko das Wissen über die verschiedenen einsetzbaren Sondierungsvarianten in der Munitionsbergung, einschließlich der Vorteile der computergestützten Flächenaufnahme vermittelt. Hierzu gehörte die Einweisung in die Funktion und Arbeitsweise des handgeführten Einkanalsystems und des fahrzeuggestützten Mehrkanalsystems. Es wurde verdeutlicht, dass die geeignete Technologie für die Kampfmittelräumung entsprechend den Geländebedingungen und in Abhängigkeit vom Kontaminationsgrad auszuwählen ist. Dabei sollte auch die spätere Nutzung des Geländes berücksichtigt werden. Der theoretischen Einweisung schlossen sich die praktische Tätigkeit im Gelände und die computertechnische Auswertung im Büro an.

Die kostengünstige Variante der Kampfmittelsuche und -räumung wurde anhand einer praktischen Demonstration von deutschen und lettischen Mitarbeitern den lettischen Entscheidungsträgern bekannt gemacht.

Neben der Wissensvermittlung wurde als weiteres Ergebnis der Arbeiten der Grad der Kampfmittelbelastung des Munitionslagers in Cecule (Lettland) ermittelt. Somit konnte den kommunalen Entscheidungsträgern ein Anhalt für den Sanierungsaufwand für die Liegenschaft vorgelegt werden.

Schlussfolgerungen und Empfehlungen

Das Vorhaben hat wesentliche Voraussetzungen für die Einführung der innovativen Technologie bei der Kampfmittelräumung in Lettland durch seine breite Bekanntmachung bei den Entscheidungsträgern und der Öffentlichkeit geschaffen. 

Zur Einführung der gewerblichen Kampfmittelsuche in der Republik Lettland und der damit verbundenen Beseitigung von Investitionshemmnissen wird empfohlen, schrittweise die rechtlichen und finanziellen sowie auch die materiellen und personellen Voraussetzungen zu schaffen.

Projektbeteiligte

Durchführende Institution

UAB GmbH Umwelt-, Altlasten- und Baufeldsanierung

Kooperationspartner

VentEko Ltd., Lettland

Weitere Projektdaten

Projekttitel: Computergestützte Kampfmittelräumung, Schutz des Bodens und des Grundwassers vor Kontamination korrodierender Kampfmittel

Projektnummer:  FKZ: 38001091

Aktenzeichen: 90213-41/7

Projektzeitraum: 2004 - 2004

Projektort: Deutschland (Brandenburg), Lettland

Projektansprechpartner:

Projektservicestelle des Beratungshilfeprogramms

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Quelle: Fachbibliothek Umwelt des Umweltbundesamtes