Anlagen-Energiemanagement

Energiestrommanagement bei der Produktion von Stahlblechwaren

Die Analyse des Erdgasverbrauchs hat gezeigt, dass sowohl im Bereich der Raumheizung als auch im Bereich der Prozesswärmeerzeugung Optimierungspotenziale bestehen.

 

Zusammenfassung

Drilbox stellt am Standort Giengen ein breites Spektrum an Aufbewahrungs- und Präsentationskassetten für Bohr- und andere Werkzeuge her. Ausgangsmaterial für alle Produkte, die im Giengener Werk hergestellt werden, sind Stahlbleche. 

Die Versorgung mit Heiz- und Prozessenergie erfolgt bei drilbox vorwiegend über Erdgas. 

Angesichts der steigenden Energiekosten und des Erneuerungs- bzw. Renovierungsbedarfs verschiedener Produktions- und Heizungsanlagen war es Anliegen der Firma drilbox eine Energiestromanalyse für den Hauptenergieträger Erdgas am gesamten Standort durchzuführen.

 

Für alle Gebäude am Standort Giengen sollten folgende Zielsetzungen verfolgt werden:

  • Erstellung einer Energieinputbilanz mit Schwerpunkt Gasverbraucher
  • Aufzeigen von Optimierungspotenzialen und -maßnahmen, sowohl für den Bereich Raumheizung, als auch für den Bereich Prozesswärme
  • Einbeziehung eines geplanten Hallenanbaus mit ca. 650 m² in ein energiesparendes Heizkonzept unter Nutzung vorhandener Heizanlagen und Wärmequellen.

Um die Bereiche mit den größten Energieverlusten zu identifizieren, wurde der Gesamtgasverbrauch den wesentlichen Gasverbrauchern zugeordnet und der Standort in Bereiche mit vergleichbaren wärmetechnischen Randbedingungen kategorisiert.

Datenbasis zur Erfassung der Ist-Situation war das Jahr 2004, für das monatliche Gasverbräuche vorlagen.

 

Ergebnisse:

Zur Raumheizung werden ca. 50% des Gasverbrauches eingesetzt. Zur Abschätzung des Einsparpotenzials wurde der spezifische Ist-Verbrauch ermittelt und Vergleichswerten gegenüber gestellt. Daraus ergibt sich ein theoretisches Energieeinsparungspotenzial von ca. 200.000 kWh/ a, entsprechend einem finanziellen Einsparungspotenzial von ca. 6.400,- Euro/a, Tendenz deutlich steigend.

Als Ansatzpunkt zur Optimierung wurde eine Verbesserung der Wärmedämmung vorgeschlagen. Die Realisierung ist jedoch komplex, da sie auf den jeweiligen Gebäudeabschnitt abgestimmt werden muss. Ergänzend wurden organisatorische Maßnahmen vorgeschlagen, z. B. kontrollierte Belüftung, Vermeidung von Wärmeverlusten durch Durchzug (offene Hallentüren) usw.

In den Lager- und Werkstattbereichen ist ein unkontrollierter Luftdurchzug, bedingt durch offene bzw. nicht dichte Durchgänge (z. B. bei Lamellenvorhängen) kaum zu vermeiden. Strahlungsheizungen erfordern eine um ca. 2 °C geringere Raumtemperatur und können hier gegenüber der Warmluftheizung einen Energieverbrauchsvorteil von bis zu 50 % bieten.

Im Bereich der Prozesswärmeerzeugung entstehen durch die direkte Ableitung der Warmluft/Abgase aus dem Einbrennofen der Pulverlackieranlage sowie der Teilewaschanlage über Dach erhebliche Energieverluste.

Zur Rückgewinnung von Prozessabwärme wurde die Installation von Luftwärmetauschern vorgeschlagen. Das mit der Wärmerückgewinnung verbundene theoretische Energiepotenzial beträgt ca. 60.000 kWh/a. Dies ist von der Größenordnung her ausreichend, um den geplanten Hallenneubau mit 650 m² ohne Erweiterung der bestehenden Zentralheizung zu beheizen.

Insgesamt weisen die Anlagen im Bereich der Oberflächentechnik (Reinigung/Entfettung, Pulverlackierung) ein energietechnisches Optimierungspotenzial in einer Größenordnung von 20 bis 30% auf. Die hier erzielbaren Energieeinsparungen beliefen sich somit auf ca. 130.000 – 190.000 kWh/a, entsprechend einem finanziellen Einsparungspotenzial von 4.200,- bis 6.000,- Euro/a.

Weitere Projektdaten

Projektzeitraum: 2004 - 2004

Projektort: Deutschland (Baden-Württemberg)

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Quelle: Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg