Kraftwerkstechnik

Kraftwerk T700 Chemopetrol Litvinov (Tschechische Republik)

Ziel des Projektes ist es durch die Errichtung einer Rauchgasentschwefelungs- und Entstaubungsanlage für das Kraftwerk T700 Chemopetrol Litvinov (Tschechischen Republik) eine Verminderung der Luftbelastungen im deutsch-tschechischen Grenzgebiet zu erreichen. Zusätzlich wurde ein Pilotversuch zur umweltverträglichen Mitverbrennung von in der Landwirtschaft nicht verwertbaren kommunalen und industriellen Klärschlämmen durchgeführt.

 

Zusammenfassung

Bei dem größten petrochemischen Unternehmender Tschechischen Republik, der Chemopetrol AG, wurden für das Kraftwerk T700 in Litvinov, Produktionsstandort in Nordböhmen unweit der deutsch-tschechischen Grenze, Maßnahmen zur Emissionsreduzierung initiiert und gefördert. Mit dem Projekt wurden zum einen die gemeinsamen Bemühungen um eine Verminderung der Luftbelastungen im deutsch-tschechischen Grenzgebiet durch die Errichtung einer Rauchgasentschwefelungs- und Entstaubungsanlage für das Kraftwerk T700 nach dem Stand der Technik unterstützt. Zum anderen wurde ein wissenschaftlich überwachter Pilotversuch zur umweltverträglichen Mitverbrennung von in der Landwirtschaft nicht verwertbaren kommunalen und industriellen Klärschlämmen zusammen mit Kohle durchgeführt. Den Klärschlammerzeugern in Tschechien sollte somit möglichst dauerhaft ein zusätzlicher, ökonomisch und ökologisch optimierter Entsorgungspfad für die künftig in noch größerer Menge anfallenden Schlämme eröffnet werden.

 

Die Klärschlämme wurden aus der betriebseigenen Kläranlage von Chemopetrol sowie aus den benachbarten Städten Litvinov, Most, Bilina, und Teplice bezogen. Durch den Pilotversuch der Mitverbrennung von teilgetrockneten Klärschlämmen im Kraftwerk sollten wichtige Daten zur Effizienz der Mitverbrennung, den resultierenden Emissionen, der erforderlichen Klärschlammvorbehandlung und der gesamten Verfahrenstechnik gewonnen werden. Der Anteil der Klärschlämme am Gesamtbrennstoffdurchsatz betrug in der Pilotphase ca. 0,5%.

 

Im Zuge des umweltpolitischen Modernisierungsprogrammes der Chemopetrol AG wurde das Kraftwerk zunächst mit acht modernen Kesseln ausgestattet. Die 1. Rauchgasentschwefelungsanlage (REA) für vier Kessel wurde im Quasitrockenverfahren als Sprühabsorption erstellt. Das trockene Abprodukt der Entschwefelung wird anschließend mit der Flugasche aus den Krawerkselektrofiltern gemischt und als Stabilisat im Braunkohlebergbau eingesetzt. Als Voraussetzung für den Pilotversuch zur Klärschlammmitverbrennung musste sichergestellt werden, dass dadurch keine Verschlechterung der Emissionssituation eintreten kann. Dies führte zu den vom BMU geförderten Maßnahmen, der Verbesserung der 1. REA und der Installation der 2. REA für die restlichen vier Kessel. Die gesamte Rauchgasentschwefelung wurde für einen Braunkohledurchsatz von ca. 240 t/h ausgelegt. Die Kraftwerksleistung beträgt dabei 670 – 770 MW.

 

Die Pilotanlage zur Klärschlammmitverbrennung bestätigte im bisherigen Betrieb, dass in modernen Kraftwerken neben kommunalen Klärschlämmen auch industrielle Schlämme vorteilhaft mitverbrannt werden können und insbesondere in Braunkohlekraftwerken mit moderner Rauchgasreinigung ökologisch sinnvoll und wirtschaftlich interessant ist. Mit der Pilotanlage konnte eine gravierende Reduzierung der grenzüberschreitenden Emissionen gegenüber dem früheren Zustand erreicht werden. Beispielsweise wurden die Emissionen an SO2 um mehr als 75% reduziert – auch bei laufender Klärschlammmitverbrennung.

 

Quelle: BMU-Broschüre "Auslandsprojekte des Bundesumweltministeriums"

Projektbeteiligte

Durchführende Institution

Dorsch Consult Ingenieurgesellschaft mbH

Goepfert, Reimer & Partner Ingenieurgesellschaft mbH

Kooperationspartner

Ministerium für Industrie und Handel der Tschechischen Republik

Chemopetrol a. s. Litviinov

Technologieanbieter

Noell-KRC Umwelttechnik GmbH, Würzburg

Weitere Projektdaten

Projekttitel: Kraftwerk T700 Chemopetrol Litvinov

Projektzeitraum: 1994 - 1999

Projektort: Tschechische Republik

Quelle: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)